Scheuer drohnen

Über die Technologie von morgen schon heute, autonomes Fahren und Zeitreisen im DeLorean – ein Gespräch mit dem Bundesverkehrsminister

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Ludwig Reicherstorfer & Lena Rickenberg

Über die Technologie von morgen schon heute, autonomes Fahren und Zeitreisen im DeLorean – ein Gespräch mit dem Bundesverkehrsminister

Emmett in Transit #4 – Der Podcast über datengetriebene Mobilität

Über Folge #4 mit Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer

***Ganzes Interview unten auch zum Nachlesen***

Wenn Sie mit dem DeLorean in die Vergangenheit reisen könnten, welche Vorhaben hätten Sie sofort angestoßen und welche hätten Sie besser bleiben lassen, Herr Scheuer? Über diese und viele weitere Fragen haben sich Ludwig Reicherstorfer und Lena Rickenberg aus dem Emmett-Team mit Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer unterhalten.

Ob Schwarmintelligenz für miteinander kommunizierende Paletten, ob Drohnen, die Medikamente zwischen Krankenhäusern transportieren, oder Kehrmaschinen mit Künstlicher Intelligenz (KI) – es gibt viele innovative Ansätze für die Mobilität und Logistik von morgen. Über diese und andere Themen haben wir in dieser Folge gesprochen – und ja: Es ging auch um Flugtaxis, Knight Rider und den feinen Unterschied zwischen Vision und Größenwahn.

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„Datengetriebene Mobilität ist mittlerweile echt Alltag – nicht nur in einem Verkehrsministerium! Auch wenn‘s keiner merkt, das steckt fast überall drin.“ – Andreas Scheuer, Bundesverkehrsminister

Der Modernitätsfonds mFUND ist dabei ein Baustein, um eine neue Unternehmer*innengeneration mit guten Ideen zu fördern (aktueller Förderaufruf hier) und die guten Ideen aus der Tüftler*innen-Ecke auf die Straße zu bringen. Ganz wichtig dabei: wie bringt man Bürger*innen diese technologischen Fortschritte nahe? Andreas Scheuer sagte dazu: „Wir sind keine Marketing-Weltmeister. Den Mut, die Begeisterung und die Faszination müssen wir uns hart erarbeiten.“ Auch beim autonomen Fahren setzt er auf die Technologiebegeisterung als Treiber für die flächendeckende Verbreitung. Die große Frage dabei ist, ob zuerst deutsche oder amerikanische autonome Autos auf unseren Straßen fahren.

Besonderer Fokus, wie immer bei Emmett in Transit: Wie halten Sie es mit den Daten? Andreas Scheuer wünscht sich mehr Datenaustausch und Schnittstellen: „Wir haben alle zu viele Mobilitäts-Apps auf dem Smartphone, für jede Stadt brauche ich eine andere App.“ Das soll deutschland- und europaweit anders werden, mit dem Vorstoß zum „Datenraum Mobilität“ – eine Art Cloud für Mobilitätsdaten. Aber wann und wie kommt sie, die Cloud?

Last, but not least haben wir erfahren, welche Vorhaben der Minister bei einer Zeitreise zurück in die Vergangenheit schneller umsetzen würde und dass es durchaus Dinge gibt, die er besser hätte bleiben lassen.

Der Emmett in Transit-Podcast

Brauche ich künftig nur eine App, um Mietwagen, Zug und Fahrrad zu nutzen? Wann und wie wird KI autonome Fahrzeuge auf Deutschlands Straßen lenken? Warum fliegen Drohnen neuerdings Teile des 38.500 Kilometer langen deutschen Schienennetzes ab? Diese Fragen diskutiert das iRights.Lab auf Emmett. Wir fragen Forscher*innen, Unternehmer*innen und Tüftler*innen über datengetriebene Mobilität und ihre Auswirkungen auf den Menschen aus.

Das Bild entstand am 24. Februar 2021 bei der Aufnahme des Podcasts im BMVI mit Ludwig Reicherstorfer und Lena Rickenberg im Gespräch mit Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer. Foto: BMVI Neuigkeitenzimmer

Highlights aus dem Interview - Andreas Scheuer: Wir sind zur Digitalisierung in der Mobilität fast schon verpflichtet. Was ich sein lassen sollte, das kann man so in vielen Zeitungen nachlesen. Datengetriebene Mobilität ist mittlerweile echt Alltag, auch wenn es keiner merkt. Knight Rider, KITT mit Super Pursuit Mode und Silent Mode, ja, das habe ich halt angesehen. Ich gebe es zu.

Ludwig Reicherstorfer: Herzlich willkommen zur vierten Ausgabe von Emmett in Transit, dem Podcast über datengetriebene Mobilität. Wir sind heute in Berlin in der Invalidenstraße. Ich bin Ludwig Reicherstorfer und bin Mitglied im Team des Think Tank i.RightsLab in Berlin, ein Think Tank, der sich mit allen möglichen Themen auseinandersetzt, die mit Digitalisierung zu tun haben, die mit den Auswirkungen von technologischem Fortschritt auf unsere Gesellschaft zu tun haben. Ich bin nicht alleine, denn mit mir ist am Tisch Lena.

Lena Rickenberg: Hi. Also ich bin Lena Rickenberg und ich bin im Team von Emmett. Es ist so, wir haben das Projekt Move Mobility als Teil des i.RightsLabs und als Move Mobility, liebevoll auch Momo genannt, die Begleitforschung von mFUND übernommen, also eine große Förderinitiative vom BMVI für die Mobilität der Zukunft und Mobilität 4.0. In diesem Rahmen haben wir im letzten November auch die offene Kommunikations- und Vernetzungsplattform Emmett gegründet, über datengetriebene Mobilität, datengetriebene Mobilitätsprojekte und informieren da für alle Leute und Interessierte, die mehr über dieses Thema erfahren wollen. Ein ganz wichtiger Baustein davon ist unser Podcast, Emmett in Transit. Heute haben wir einen ganz besonderen Gast. Wir beschäftigen uns hier vor allem mit dem Metathema der datengetriebenen Mobilität, wozu unser Gast, glaube ich, viel zu sagen hat. In diesem Sinne starten wir auch jeden Podcast mit der Frage, die wir jedem Podcast-Gast als erstes stellen. Und zwar: Herr Scheuer was machen Sie eigentlich von Beruf? Stellen Sie sich doch einmal kurz vor!

Andreas Scheuer: Ja, ich bin weder Tüftler noch Wissenschaftler, sondern einfach nur Politiker, nämlich Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur. Ich bin seit 2002 im Deutschen Bundestag als Abgeordneter, war schon einmal vier Jahre Staatssekretär hier im Verkehrsministerium, mache über zehn Jahre Verkehrspolitik, war dann zwischendurch in einem Parteiamt als Generalsekretär der CSU. Seit 14.3.2018 darf ich Bundesminister sein, bei einem Thema Mobilität und Digitalisierung, was unglaublich faszinierend ist. Deswegen bin ich auch sehr, sehr gespannt auf die Fragen.

Ludwig Reicherstorfer: Bevor wir jetzt inhaltlich tiefer einsteigen, wollen wir uns ein bisschen kennenlernen. Deswegen haben wir ein paar klassische Eisbrecherfragen, wie wir das immer nennen, vorbereitet. Das sind einfach Entweder-Oder-Fragen, wo Sie jetzt einfach kurz antworten können, ohne groß nachzudenken, ganz spontan. Wir legen los mit: Star Wars oder Star Trek?

Andreas Scheuer: Weder noch.

Lena Rickenberg: Ist das erlaubt? Ist eigentlich nicht vorgesehen.

Ludwig Reicherstorfer: Nein, ist nicht vorgesehen.

Andreas Scheuer: Ich muss ja die Wahrheit sagen.

Ludwig Reicherstorfer: Jetzt müssen wir am Anfang gleich wieder schneiden. Es ist immer das gleiche.

Andreas Scheuer: Nein, es ist so.

Ludwig Reicherstorfer: Was dann? Was ist die Alternative?

Andreas Scheuer: Es gibt wenige Alternativen, sehr viel Realismus.

Ludwig Reicherstorfer: Dann geht es weiter.

Lena Rickenberg: Deep Blue oder AlphaGo?

Andreas Scheuer: Deep Blue.

Ludwig Reicherstorfer: Fahrrad oder E-Scooter?

Andreas Scheuer: Fahrrad.

Lena Rickenberg: Carsharing oder Ride-Hailing?

Andreas Scheuer: Carsharing.

Ludwig Reicherstorfer: E-Auto oder Wasserstoff?

Andreas Scheuer: E-Auto und Wasserstoff.

Lena Rickenberg: Das geht auch nicht, glaube ich.

Ludwig Reicherstorfer: Eine neue Variante. Irgendwie bricht hier gerade das ganze Format auf.

Lena Rickenberg: Autonom oder ferngesteuert?

Andreas Scheuer: Autonom.

Ludwig Reicherstorfer: Passau oder Berlin?

Andreas Scheuer: Ja, es ist hart, das zu sagen, hier in Berlin, aber Passau.

Ludwig Reicherstorfer: Die Frage musste kommen. Die Antwort kannte ich, glaube ich, schon. Wunderbar. Dann würde ich sagen, jetzt kennen wir Herrn Scheuer noch besser als vorher schon oder nach der Vorstellung von ihm selbst. Deswegen geht es jetzt einmal direkt in die Inhalte. Und Lena, da übernimmst du doch gleich noch einmal.

Lena Rickenberg: Wir kommen zu dem, was ich auch einleitend schon über Emmett gesagt habe. Wir beschäftigen uns tagtäglich mit dem Thema datengetriebene Mobilität. Es ist allerdings noch eher Nischenthema und ad hoc sagt es jetzt den Bürgerinnen und Bürgern nichts oder nichts, womit sie direkt etwas anfangen können. Wie erklären Sie diesen Begriff und diese Materie der datengetriebenen Mobilität?

Andreas Scheuer: Datengetriebene Mobilität ist mittlerweile echt Alltag, nicht nur Alltag in einem Verkehrsministerium, sondern Alltag, auch wenn es keiner merkt. Wir müssen die Frage beantworten, der Bürger, was bringt es mir. Die Antwort lautet, ob das Navigations-Apps sind, ob das der Bahnnavigator ist, ob das Sharing-Apps sind, ob das der Bordcomputer ist, ob das die Sitzplatzanzeige ist oder die Warteanzeige, die Managementfragen von Mobilität werden nur datenbasiert gemacht werden können. In der Vergangenheit hat man nur das Verkehrsmittel an sich angeschaut. Jetzt haben wir zum ersten Mal die Möglichkeit, mobil und digital zu verbinden und das so zu machen, dass die Informationen beim Endkunden, beim Bürger ankommen, sodass die Frage beantwortet wird, ja, die Digitalisierung hat einen Mehrwert für mich, die Daten auch mit einem hohen Anspruch an Datenschutz haben aber einen Mehrwert für meinen persönlichen Alltag, wie bin ich unterwegs, wie kann ich mich bewegen, verkehrsträgerübergreifend denken, was habe ich für Angebote, was entstehen für neue Angebote und das auch noch einmal mit einer jungen Szene, mit einer Start-up-Szene, mit jungen Unternehmen, die jetzt, würde ich einmal sagen, vor Corona die eine oder andere Idee in die Ablage gewandert ist und das einzig Positive in dieser schwierigen Zeit Corona ist, dass man sieht, dass neue Geschäftsmodelle entstehen und dass durch die Digitalisierung ein Schub entsteht, gerade für neue Unternehmen und damit auch Chancen.

Lena Rickenberg: Das heißt, Sie sagen, eigentlich ist es schon Alltag, auch von den Bürgerinnen und Bürgern, sie kriegen es allerdings gar nicht mit, dass es auch schon der Begriff datengetriebene Mobilität eigentlich ist.

Andreas Scheuer: Also das kann man jetzt kritisieren, auf der einen Seite ja oder nein, auf jeden Fall, jeder E-Scooter, der hier auf Berlins Straßen unterwegs ist, sammelt Daten. Wir müssen es nur so verantwortungsvoll machen, dass wir den Datenraum so definieren, den Datenraum mit einem hohen Schutzbedürfnis organisieren, anders wie es vielleicht außerhalb Deutschlands ist. Aber trotzdem zum einen Privatsphäre, zum anderen Sicherheit, aber zum dritten vor allem neue Geschäftsfelder eröffnen. Ohne Daten und datengetriebene Geschäftsmodelle werden wir in Zukunft nicht erfolgreich sein. Oder anders gesagt, es ist eine Riesenchance für diese Projekte, jetzt, wenn sie in die Realisierung kommen, an vielen Themen, die wir auch unterstützen und fördern, dass wir auch morgen Chancen vererben können für Wissenschaftler, für Unternehmen, für junge Menschen, die viele Ideen haben. Natürlich auch ältere Menschen dürfen neue Ideen haben - ist klar. Aber da sieht man auch alleine der Zugang zu dieser Diskussion, ich bin so froh darüber, dass wir einmal so intensiv darüber diskutieren, dass es nicht nur in der Tüftlerecke bleibt, sondern dass es herauskommt und erklärbar wird für die Bürgerinnen und Bürger.

Ludwig Reicherstorfer: Jetzt durch die Coronakrise - Sie haben es ja auch gerade als Stichwort angesprochen - ist so das ganze Thema Digitalisierung relativ prominent geworden, gerade ist auch im Bildungsbereich, wenn es um Schulen und so weiter geht. Haben Sie das Gefühl, dass das auch für Ihren Bereich, also Verkehr, Infrastruktur, Mobilität der Fall ist, oder sagen Sie, ja, irgendwie hat sich das schon in Richtung/ man ist jetzt weniger unterwegs, es ist ein bisschen schwierig für innovative Mobilitätskonzepte geworden, als das jetzt ohne dieser Stay-at-Home-Krise geworden wäre?

Andreas Scheuer: Vielleicht hat in dieser Bemerkung alles so eine Berechtigung. Aber ich denke ja schon nach der Coronazeit. Nach der Coronazeit müssen wir schnell wieder Fahrt aufnehmen, im wahrsten Sinne des Wortes. Wer hätte gedacht, dass wir im Bundesverkehrsministerium eine Blockchain-Strategie für die Logistikbranche haben? Was hat das für eine Auswirkung? Wenn du heute zu Hause digital etwas bestellst, dann willst du, dass das möglichst schnell und möglichst gut und qualitativ hochwertig auch bei dir ankommt. Du möchtest es verfolgen. Du möchtest sehen, wo dein Paket gerade ist. Du möchtest vielleicht deinem Nachbarn Bescheid sagen, dass er das Paket abnimmt. Das geht nur über diese datenbasierten Formate, um dann unter dem Strich wieder die Frage beantwortet zu bekommen, ja, es bringt mir etwas, wenn wir ein digitales Umfeld haben, das dazu führt, dass ich besser mobil unterwegs bin, dass ich besser logistisch versorgt bin, dass ich natürlich auch ganz Neues erlebe. Da gibt es verschiedene Barrieren. Aber trotzdem ist es auch eine Riesenchance, nicht nur für Metropolregionen, sondern vor allem für den ländlichen Raum. Dazu braucht es digitale Infrastruktur, flächendeckenden Mobilfunk, natürlich schnelles Internet. Wir sind bei der 5G-Strategie sogar vor dem Plan. Ich weiß, dass es auch viel Kritik darüber gibt, weil du zum Schluss für die digitale Infrastruktur auch die Akzeptanz vor Ort brauchst. Da brauchen wir Kabel, Glasfaser. Da brauchen wir auch Mobilfunkinfrastruktur, die nicht immer vor Ort akzeptiert wird. Dafür kämpfen wir, dass wir aufklären, auch wenn vielleicht das Thema Bildung momentan in der Öffentlichkeit höher priorisiert ist. Aber für den nächsten Schritt ist vor allem im Bereich Mobilität und Logistik und in der Kommunikation über Mobilitätsformen das unglaublich wichtig.

Lena Rickenberg: Und da merken wir ja vor allem in unserer Mobilitäts-Bubble, in der wir uns ja auch ein Stück weit bewegen, sehr viel über das, was das BMVI da auch gerade macht und leistet - nicht zuletzt ja auch mit dem mFUND, dass da sehr viel für datengetriebene Mobilität und auch die Infrastruktur gemacht wird. Ich frage mich allerdings manchmal auch im Gespräch mit anderen Leuten, die jetzt nicht Mobilitäts-Background haben, kommen diese Themen noch nicht so ganz an. Da frage ich mich so, ist das ein Kommunikationsproblem und was können wir da noch machen, dass diese Themen auch wirklich ankommen.

Andreas Scheuer: Helft mit! Ich weiß, dass das Thema Mobilität in den letzten Jahren praktisch wie kein anderes Thema so in den politischen Streit gekommen ist. Ich glaube, wenn ich mir Wahlkämpfe der letzten Jahrzehnte anschaue, dann war die Gesundheitspolitik, die Sozialpolitik, die Steuerpolitik die Hauptauseinandersetzungsbereiche zwischen Parteien. Heute ist es der Lebensstil, ist es vielleicht noch die Landwirtschaft, aber vor allem auch die Mobilität. Aber was man mit mobil und digital alles machen kann, sehen wir ja, dass wir mithelfen, dass sich auch die Arbeitswelt verändert. Also beispielsweise ein Logistikzentrum datenbasiert, hochmodern ist ein anderes Logistikzentrum wie noch vor fünf Jahren oder zehn Jahren. Es ist nicht mehr zu vergleichen. Wir machen jetzt Förderprogramme für die Schwarmintelligenz. Das heißt, dass Paletten miteinander kommunizieren. Jetzt die nächste Stufe ist natürlich das Thema Drohnen. Ich habe einen Vorschlag für unbemannte Fluggeräte vorgelegt. Das kann man nicht nur draußen anwenden. Das kann man auch in der Logistikhalle anwenden oder beispielsweise für einen Menschen, der in der kommunalen Verwaltung unterwegs ist und normalerweise bei Wind und Wetter draußen ist, um die Straßen nach dem Winter jetzt zu untersuchen, ob sie noch gut sind, oder ob Löcher entstanden sind, ob man es ausbessern muss. Da fahren wir heute mit den Straßenkehrmaschinen hinaus, klicken da KI in die Windschutzscheibe hinein und der fährt jeden Tag das Straßennetz ab und kann dem Mitarbeiter im Bauhof erzählen, du pass auf, an dieser Stelle haben wir ein Problem, da muss jetzt der Bautrupp hinaus. Das ist auch ein Projekt von mFUND. Oder wenn wir beim Klimaschutz sind, den leeren Frachtraum besser managen. Das heißt, wirkliches Ausnutzen der Frachträume, beispielsweise bei einem Lkw mit einer Art Netzwerk der Logistiker, um schneller einfach reagieren zu können. Das sind alles Themen, die mich total begeistern.

Lena Rickenberg: Ich merke schon. Ich glaube, wir haben vorhin eine Frage vergessen. Es hätte eigentlich auch sein müssen: Drohne oder Volocopter?

Andreas Scheuer: Ich würde sagen, wenn ich mir das Projekt in Hamburg anschaue, wo wir mit einer Drohne für die Krankenhausversorgung beispielsweise Medikamente zwischen Krankenhäusern hin und her fliegen, vielleicht morgen sogar Organe oder Blutkonserven, Versorgung des ländlichen Raums, dann würde ich spontan sagen, die Drohne mit den Möglichkeiten auch, beispielsweise bei der Bergrettung, oder auch beim Untersuchen der Infrastruktur, ob das bei der Bahn ist, oder ob das bei der Straße ist. Vielleicht dann im nächsten Schritt kann ich nicht verhehlen, dass es dann doch ein Sowohl als auch wird, nämlich das Flugtaxi als die Vision sehe ich schon als sehr, sehr attraktiven Ausblick.

Ludwig Reicherstorfer: Sie haben es jetzt gerade gesagt und Sie haben auch gerade über die Kommunikation gesprochen und über die Art und Weise, wie wir über bestimmte Themen auch debattieren und diskutieren. Stichwort Flugtaxi. Da wissen wir ja alle, die Digitalstaatsministerin hat das ja ganz früh schon gesagt, dass sie solche Flugtaxis sich wünscht und ist dann auch relativ schnell dafür - ich sage einmal - zerrissen worden. Woran, glauben Sie, liegt das, dass, wenn man mit so einer Vision kommt, wenn man das vielleicht auch einmal klar benennt - Sie haben es jetzt ja auch getan, auch mit dem mFUND, dazu kommen wir gleich noch, dass es da auch neue Förderaufrufe beispielsweise gibt - so eine Diskussion sofort zumindest in bestimmten Bereichen im Netz oder auch in den Medien doch immer sehr, sehr schnell ins Lächerliche zieht und sagt: Flugtaxis, wirklich? Ist das jetzt unser Problem? Ohne das große Ganze zu sehen und einmal zu hinterfragen, was steckt denn eigentlich auch in der Konsequenz dahinter. Woran liegt das?

Andreas Scheuer: Jetzt könnte ich es mir einfach machen und sagen, das ist typisch deutsch. Aber ich will es anders sagen. Wir sind jetzt keine Marketingweltmeister. Der Mut, die Begeisterung und die Faszination, die müssen wir uns hart erarbeiten. Ich sage es anders. Als ich in Ingolstadt gestanden bin, bei einem Dummy eines Flugtaxis, eines Flugbusses, sind bei klirrender Kälte an einem Montagvormittag 1.500 Leute gestanden und wollten das sehen, wollten das anschauen, begreifen, was da gerade passiert. Ich glaube, es gibt Menschen auf der Welt, die gerade über den Teich blicken, dann nach Europa kommen und große Visionen formulieren, ob das bei der Elektromobilität ist oder sogar beim Thema Raketen und Weltraum. Da würde ich mir wünschen, dass wir als Deutsche selbstbewusster sind. Dass wir das, was wir entwickeln - Made in Germany - mit einer besseren Beachtung diskutieren und auch Politiker, die Visionen formulieren, nicht gleich ins Lächerliche gezogen werden. Ich weiß, wenn man über Erdbeobachtung redet, wer hätte gedacht, dass das Bundesverkehrsministerium für das Programm Kopernikus zuständig ist, wo über Milliarden bewegt wird. Wir machen die Erdbeobachtung für die Welt. Wir machen das Thema Galileo, auch wenn es lange gedauert hat. Oder jetzt neuerdings die Daten des Deutschen Wetterdienstes sind einmalig in der Welt, wenn ich mir das anschaue, was da möglich wird, verkehrsträgerübergreifend, technologieoffen. Alles, was möglich ist, möglich machen und das auch noch im digitalen Zeitalter, dann halte ich die Zukunft für sehr spannend und brauchen wir uns auch nicht gegenseitig lächerlich machen, wenn einer einmal mit einem vielleicht überraschenden Vorschlag kommt.

Ludwig Reicherstorfer: Ein Instrument, das Sie schon angesprochen haben, dafür ist ja der mFUND. Vielleicht können Sie auch noch einmal ganz kurz erklären, was der mFUND denn eigentlich ist, was der will und wie er funktioniert. Und dann auch noch anschließend daran, es gibt momentan aktuell auch einen Förderaufruf zum mFUND, auch zum Stichwort Coronakrise überwinden. Vielleicht können Sie auch kurz zwei, drei Worte dazu sagen.

Andreas Scheuer: Ja, der mFUND ist natürlich ein zentraler Baustein, dass wir eine neue Unternehmergeneration bekommen. Wir unterstützen da viele, viele Projekte. Ich glaube, es sind mittlerweile über dreihundert, natürlich Themen offen. Jetzt stärker die Konzentration auf datenbasierte Lösungen, auf den Datenraum Mobilität. Wir machen da Aufrufe. Wir unterstützen junge Unternehmen. Ich habe selbst ein paar besucht, die dann in der Folge nicht nur den ersten Preis bekommen haben. Sondern drei Jahre später musst du ja hinschauen, was aus denen geworden ist. In vielen Fällen haben wir da wirklich einen Durchbruch erlebt. Maximum werden jetzt da hunderttausend Euro - das ist jetzt nicht die Summe - in die Förderung gegeben. Aber es gibt auch Projekt bis zu drei Millionen dann. Der Hebel ist das Entscheidende. Wir haben mit den Millionen, die wir als Förderung für die nächste Programmphase zur Verfügung stellen, 250 Millionen. Wir haben schon zweihundert Millionen investiert. Das sind Summen für junge Unternehmen, die eine Idee haben, die schon bemerkenswert sind. Und nur im Bereich Mobilität, Daten, Digitalisierung. Das alleine macht natürlich einen anderen Hebel und es bringt eine Öffentlichkeitswirksamkeit. Es entstehen dann plötzlich Partnerschaften. Ein junges Unternehmen hat eine Idee, wird gefördert, wird ausgezeichnet, kriegt eine Plattform und dann kommt ein großes Unternehmen im Mobilitätsbereich und sagt, Mensch, das ist für mich interessant, genau das bräuchte ich noch, und nimmt Kontakt auf. Also so ist die Geschichte. Ich glaube, dass da noch viel, viel mehr möglich ist.

Lena Rickenberg: Ja, ich finde es ganz spannend, dass Sie das im mFUND vor allem auf Unternehmen und Start-ups beziehen. Ich beschäftige mich auch sehr viel mit den Projekten und finde da auch sehr viele größere Forschungsinstitute und auch durchaus Universitäten, Player, die wirklich tief in diesem Wissenschaftsbereich drinstecken. Was ich mich da immer wieder frage, wie kriegt man diese Forschungs- und Entwicklungsprojekte auf die Straße. Der mFUND ist wunderbar. Damit beschäftige ich mich sehr, sehr gerne. Die Leute haben wahnsinnig gute Ideen. Aber wie kriegt man das so groß, dass wir auch in Deutschland sagen können, wir haben noch einmal so einen großen Wurf wie BMW, Daimler, Tesla, Waymo? Sie haben ja auch gerade schon den großen Teich erwähnt.

Andreas Scheuer: Ja, das habe ich vielleicht noch vergessen zu erwähnen. Die Politik kann ja nur Chancen geben, einen Rahmen geben. Jetzt nehme ich einmal das Beispiel, was hat mich für dieses Deutsche Zentrum Mobilität der Zukunft angetrieben, weil ich ein Haus will, eine Zentrale will, eine Einrichtung will, wo wir einmal alles das, was wir schon haben, durchscreenen, was auch schon gut am Laufen ist, aber keiner weiß es, wo man auf einen Pool zugreifen kann, um zu sagen, so, jetzt hätte ich eine Idee, jetzt fehlt mir genau der nächste Anknüpfungspunkt, also aus der Wissenschaft ausgegründet, wie helfen wir da in der Ausgründung, wie können wir da den Weg in die Verwaltungen hinein, was bekommst du an Fördermöglichkeiten, wo hast du deinen Platz, einmal zu forschen, wo ist dein Reallabor. Die Leute an die Hand zu nehmen, genau das ist der Hintergrund. Wenn ich mir alleine anschaue, wir haben in der nationalen Plattform für die Mobilität 240 Expertinnen und Experten in sechs Arbeitsgruppen. Ich habe die Tage auch wieder ein Gespräch mit vielen Berichten gehabt, diesmal der Jahresbericht von 2020 mir übergeben worden, ein sogenannter Fortschrittsbericht. Den alleine zu nehmen, mit der Auswertung vom mFUND und dann dazu noch die vielen Forschungsprojekte übereinandergelegt und da eine Ordnung reinbringen, damit es dann die, die den Kopf voller Ideen haben, jetzt mit ihrer Geschäftsidee endlich losstarten wollen, nicht andere Themen, die gar nicht wichtig sind, beantworten müssen, eine Finanzierungslinie zeigen müssen. Also ich sage immer, viele sind bei uns sehr technisch getrieben, können es wahnsinnig gut technisch erklären, können es ingenieurtechnisch super erklären, mir bleibt da immer der Mund offen. Dann frage ich aber: "Wo ist dein Wirtschaftsplan? Wann willst du skalieren? Wann geht es los?" Vielleicht gibt es Regionen in der Welt, sage ich einmal USA, wo erst einmal die Skalierung im Vordergrund steht und dann erst die Technik dahinter.

Lena Rickenberg: Das heißt, wir brauchen mehr Elon Musks, die es ein bisschen verkaufen können?

Andreas Scheuer: Nein, das habe ich jetzt verhindert zu sagen.

Lena Rickenberg: Aber darauf wollten Sie schon hinaus, oder?

Andreas Scheuer: Wir brauchen da schon einen stärkeren Geist für die Umsetzung. Wir haben viele, viele Beispiele - ich will sie jetzt nicht bemühen - aus den Jahrzehnten zuvor, wo die Deutschen etwas entwickelt haben, aber die anderen haben es gemacht. Dagegen will ich ankämpfen. Wir müssen es selber machen und wir müssen es hier machen, weil hier ein guter Ort ist, um erfolgreich zu sein. Die deutsche Mentalität ist jetzt eben, wie vorher gesagt, nicht der Marketingweltmeister, sondern eher der Techniker. Da muss man etwas Spannendes dazu tun, um diese Ideen auch den Bürgerinnen und Bürgern wirklich ehrlich zu erklären und zu sagen, da haben wir dann riesige Chancen, wenn wir das umsetzen. Nicht die Angst soll dominieren, sondern der Mut.

Ludwig Reicherstorfer: Aber ich glaube, das ist ein ganz wichtiger Aspekt, dass du immer diesen Link zum Bürger auch dazu noch hast. Ich glaube, Stichwort Elon Musk, man muss sich immer fragen, wo beginnt der Größenwahn und wo entfernt man sich dann letztendlich auch wieder von der Bevölkerung. Das ist, glaube ich, für Sie als Minister ja auch entscheidend. Weil das, was Sie sich ausdenken, was Sie fördern, das müssen Sie dann letztendlich den Menschen auch erklären können, damit die auch mitgehen. Wie schafft man denn das, dass die Menschen dann auch wirklich dieses Feuer selbst bei sich entflammen können?

Andreas Scheuer: Ja, ich muss jetzt erst einmal den Deutschen Bundestag erklären. Der Haushaltsausschuss im Deutschen Bundestag gibt uns erst einmal das Geld, also das Steuergeld, das wir verantwortungsvoll einsetzen müssen, um neue Geschäftsbereiche zu erschließen. Schon da ist es oft schwierig, wenn du über autonomes Fahren redest, über eine moderne Personenbeförderung, über auch einen mFUND oder auch über ein Deutsches Zentrum Mobilität der Zukunft. Das muss du halt erklären, was steckt dahinter. Ja, da haben wir eine Säule Wasserstofftechnologie, synthetische Kraftstoffe. Da haben wir natürlich die unbemannten Fluggeräte. Das ist vielleicht die Herausforderung schlechthin, das zu erklären. Man hat auch in den normalen Formaten in den Medien auch leider nicht die Zeit dazu, einmal da in die Tiefe zu gehen. Trotzdem kämpfen wir natürlich, das zu erklären, nicht nur gegenüber dem Parlament, sondern auch gegenüber den Bürgern.

Ludwig Reicherstorfer: Ich stelle einmal wieder eine kurze Verständnisfrage, dann übergebe ich wieder an dich, weil ich vorher schon nicht verstanden habe, wie das mit diesen Flugtaxis gemeint ist, wenn dann immer alles gleich zerrissen wird. Uns wird ja auch vorgeworfen - mit uns meine ich jetzt Deutschland, Sie haben es ja gerade angesprochen, der Blick auf Deutschland ist auch nicht immer nur positiv -, dass wir insgesamt von unserem Mobilitätskonzept noch ein bisschen auf das Auto fixiert sind. Ob das jetzt stimmt oder nicht, dazu können Sie gleich etwas sagen. Aber das ist so ein Vorwurf, dem wir uns stellen müssen. Erstens, stimmt das ein bisschen? Müssen wir wirklich gucken, dass wir im Sinne eines neuen Mobilitätsbegriffes ein bisschen weiter vom Auto als Verkehrsmittel weggehen und mehr Mobilität ganzheitlich denken? Zweitens, was ist denn Ihre konkretere Vorstellung von einer Mobilität weit nach Corona, also in zehn, zwanzig, dreißig, fünfzig Jahren? Ist das weniger Auto? Ist es genauso viel Auto? Wie sieht das aus?

Andreas Scheuer: Nein, es wird weniger Auto sein, oder anders Auto. Wir sind schon längst - und das ist die Strategie, seit ich den ersten Tag Minister bin und schon zuvor - immer technologieoffen unterwegs, alle alternativen Antriebe, synthetische Kraftstoffe, alle Verkehrsmittel. Wir fahren genauso einen Wasserstoffzug in Niedersachsen und jetzt wird es mehr mit diesen Wasserstoffzügen, genauso wie die Elektrifizierung der Bahnstrecken, die wir auch im Koalitionsvertrag noch einmal hinterlegt haben - mit viel Geld, noch nie so viel Geld für die Bahn. Dann natürlich das Thema: Der Boom bei den Fahrrädern ist immens, weil natürlich auch die Elektromobilität unterstützt. Es ist nicht mehr die Topografie. Es ist nicht mehr das Alter. Die Fahrzeuge entwickeln sich weiter. Sie werden natürlich auch beim Auto autonomer oder automatisierter. Es werden neue Konzepte für die Logistik entwickelt. Beispielsweise bin ich ein Verfechter der sogenannten Paket-U-Bahn, wo ich über einen langen Weg beispielsweise hier von Brandenburg vom Logistikzentrum in die Stadtmitte hineinfahre, um dann die letzte Meile einfach entweder mit dem Lastenfahrrad oder mit dem Elektrosprinter zu machen. Von daher ganzheitliches Denken. Es wird sich die Mobilität total verändern. Es wird natürlich auch andere Beförderungsmöglichkeiten geben, no Demand, Pooling-Systeme, gerade für den ländlichen Raum entscheidend. Da soll dann der Kleinbus in das Dorf hinfahren, wenn er gebracht wird, wenn er gerufen wird. Das Ganze möglichst automatisiert oder autonom. Es gibt ein unglaubliches Interesse an autonomen Bussen in jeder Region. Jetzt müssen wir den Rechtsrahmen dazu machen. Also wie schaut die Mobilität der Zukunft aus? Verkehrsträgerübergreifend, sauber, klimagerecht, klimaneutral und natürlich auch automatisiert und autonom mit einer Antwort auch auf die veränderte Lebenssituation. Wahrscheinlich, ich sage einmal voraus, wage es zu sagen, dass durch das Gewöhnen an Homeoffice, an Videokonferenzen sich bei den Geschäftsreisenden das Verhalten ändern wird. Es wird weniger gereist. Es wird mehr Video gemacht. Das wird auch unsere Situation verändern. Aber zudem werden natürlich neue Büros entstehen, nämlich zu Hause und damit weniger Mobilität. Das heißt, es ist auch vielleicht möglich, stärker noch am Stadtrand oder noch weiter draußen sein Eigenheim zu verwirklichen und nicht mehr hier den Druck auf die Mietpreise zu haben, weil alle in die Stadt müssen. Man kann es dann am Freitag und am Montag digital von zu Hause aus machen, beispielsweise.

Lena Rickenberg: Wir haben noch eine obligatorische Frage zum mFUND mitgebracht.

Ludwig Reicherstorfer: Ja, was ist Ihr mFUND-Lieblingsprojekt? Die Frage muss natürlich kommen.

Andreas Scheuer: Beispielsweise das bessere Organisieren und Buchen von Park-and-Ride-Plätzen oder auch das Vermessen der Infrastruktur, ganz spannend. Natürlich auch die ganzen Plattformen, was die Sharing-Dienste betrifft. Ich schaue mir da alle Projekte an, weil ich immer wieder feststellen muss, warum hat man es nicht schon zur Verfügung, warum haben wir das nicht schon seit fünf oder sechs Jahren.

Lena Rickenberg: Das heißt, vielleicht können Sie auch sogar eine Jahreszahl nennen, ab wann ist es möglich, dass ich statt sieben Mobilitäts-Apps auf meinem Smartphone nur noch eine App habe, wie ich dann von Berlin nach Barcelona oder vielleicht auch nach Vilnius reisen kann und auch nur ein Ticket buchen muss?

Andreas Scheuer: Tja, jetzt haben Sie mich ertappt. Welche Zeit? Ich glaube, wir werden jetzt mit den ersten Verbindungen beginnen. Dann werden die Bahn-Unternehmen sich auf eine einheitliche Plattform committen. Ich denke, dass wir dann in den nächsten Jahren sukzessive positiv zwischen beispielsweise Deutschland, Österreich und Schweiz oder auch zwischen der polnischen Bahn, der deutschen Bahn und der französischen Bahn schon einmal die ersten Plattformen bekommen, um dann an dieser Stelle Sie zufrieden zu stellen.

Lena Rickenberg: Das hoffe ich sehr. Ich hoffe aber auch, dass es eine einheitliche Plattform irgendwann geben wird und dass nicht verschiedene Datenräume jeweils entstehen werden und wir diese dann kompliziert zusammenschließen müssen. Das knüpft ja an den Datenraum Mobilität an.

Andreas Scheuer: Genau. Wir beginnen jetzt als Treiber, als deutsche Initiative mit dem Datenraum Mobilität, da sind wir sehr, sehr weit und auch im New Mobility Approach den Vorschlag, dass wir dann einen europäischen Datenraum bekommen. Das ist, glaube ich, ein Riesenprojekt und da können wir zeigen, ob wir in Europa das einmal richtig hinbekommen.

Ludwig Reicherstorfer: Vielleicht noch ganz kurz. Gerade eben, als wir über die Apps gesprochen haben, hat Herr Minister Scheuer sein Handy aus der Hosentasche gezogen. Wie viele Mobilitäts-Apps haben Sie auf dem Handy? Das muss ich jetzt einfach fragen.

Andreas Scheuer: Das ist ja gerade die Antwort auf euch.

Lena Rickenberg: Zu viele.

Ludwig Reicherstorfer: Zu viele.

Andreas Scheuer: Zu viele. Wir brauchen nicht nur ein einheitliches Bezahlsystem für die Elektromobilität, sondern natürlich auch eine Mobilitätsplattform. Die Bahn ist ja da intensiv auch am Arbeiten, ganz aktuell. Aber auch beim ÖPNV der zuständige Verband hat da auch Mobility-Inside-Initiativen gestartet. Natürlich bin ich genauso genervt, wenn ich in einer anderen Stadt bin und öffentlich unterwegs sein möchte, dann habe ich nicht meine zentrale Buchungs- oder Mobilitätsplattform.

Lena Rickenberg: Beziehungsweise, dass die App an der Stadtgrenze auch aufhört.

Andreas Scheuer: Und die App hört bei der Stadtgrenze auf. Dann hast du wieder eine andere App und der Landkreis ist nicht einmal mit der Metropolregion vernetzt. Genau das ist jetzt der nächste Sprung. Den müssen wir schaffen. Damit kriegen wir auch noch einmal im Datenraum Mobilität noch einmal einen zusätzlichen Durchbruch für die nationale Ebene. Dann brauche ich nicht im Hamburger Hotel darauf schauen, was in Hamburg gerade für eine App aktuell ist, wenn ich dann am nächsten Morgen in Düsseldorf bin, dann müsste ich da schon wieder eine andere nehmen. Also das ist genau die Verbindung mobil und digital, so dass wir die Frage beantworten können, was bringt es mir. Ja, es bringt mir richtig Erleichterung.

Lena Rickenberg: Also es bringt ja den Bürgerinnen und Bürgern am Ende des Tages sehr viel, wenn der Datenraum Mobilität ein Erfolg wird, weil wir dann so eine App haben, die uns hoffentlich über alle Wege begleitet. Meine Frage zu diesem Datenraum Mobilität: Das ist ja auch ein sehr komplexer Vorstoß, den Sie da wagen. Da machen jetzt schon einige mit. Da sollen Daten einfließen von öffentlichen Verkehrsunternehmen, aber auch von Automobilkonzernen und den jungen Start-ups, die sich auch um Mikromobilität bemühen. Es gibt aber auch einige, die nicht mitmachen, wie Sie wissen. Die Frage ist, wie kriegen Sie diese Anbieter dazu, ihre Daten auch hineinzugeben? Wie werden diese Daten dann konkret angeboten? Wie werden die verarbeitet? Wer hat darauf Zugriff? Frage zwei dazu ist: Wie stellen wir sicher, dass wir jetzt nicht hier einen ganz tollen deutschen Datenraum schaffen und dann kommt Europa in zwei, drei Jahren um die Ecke und sagt: "Ihr habt A gebaut. Wir brauchen aber eigentlich B."?

Andreas Scheuer: Ja, da müssen wir eben mit unserem Datenraum recht überzeugend und schnell sein, dann ist das auch die Antwort auf die europäische Dimension. Ich glaube, wir haben es an einigen Stellen bewiesen, wir sind beim autonomen Fahren mit unserem Rechtsrahmen weiter als alle anderen in Europa und weiter wie die Vorschläge international, sind da der Treiber. Wenn wir das jetzt umsetzen, dann setzen wir den Standard. Das haben wir auch bei den Drohnen gemerkt. Wir waren sehr früh dran, einen Rechtsrahmen für die Drohnen zu machen und dann ist Europa eigentlich auf unseren Vorschlag draufgegangen. Auch bei dem Thema Datenraum, in Deutschland haben wir ein hohes Gut und das ist der Datenschutz, die Datenverantwortung, die Datensouveränität. Natürlich hat es auch den einen oder anderen Tag gedauert, um große Unternehmen davon zu überzeugen, dass der Datenraum Mobilität neue Möglichkeiten bietet. Auch das ist die Antwort, was bringt es nicht nur den Bürgern, sondern was bringt es mir als Unternehmen. Da mussten vielleicht…

Lena Rickenberg: Was bringt es großen Unternehmen?

Andreas Scheuer: Es bringt nicht nur großen Unternehmen, sondern Unternehmen die Möglichkeit, in diesem Datenraum Geschäfte zu machen und neue Geschäfte zu entwickeln, die man vorher, wenn man es nicht in den Datenraum gibt, dann, weil man alleine steht, nicht machen kann. Das ist meine feste Überzeugung, dass man natürlich Unternehmen erklären muss, dass sie davon einen Profit haben, um den Bedürfnissen, die ein Unternehmen einbringt, noch einen Mehrwert mitzugeben. Aber das ist noch ein bisschen ein Prozess, eine ziemliche Diskussion. Wir haben am letzten Auto-Gipfel darüber auch intensiv geredet und den einen oder anderen muss man schon noch in diesen Prozess stärker mit einbinden.

Lena Rickenberg: Das haben Sie schön ausgedrückt. Das bedeutet, wann steht denn der Datenraum? Wann haben wir die Cloud?

Andreas Scheuer: Also beim Datenraum Mobilität wird es schon sehr spannend und sehr aktuell, in 2021. Wir wollen eigentlich mit der Ausschreibung im März dafür sorgen, dass all diese unterschiedlichen Apps, Initiativen, Daten in einen Datenraum zusammenkommen. Und wir wollen schlussendlich im Oktober beim ITS-Weltkongress den Datenraum Mobilität vorstellen. Also es ist nicht mehr eine Sache in zehn Jahren und jetzt diskutieren wir einmal darüber. Für 2021 wird es entscheidend, ob wir diesen Durchbruch schaffen und damit auch das europäische Umfeld als Deutsche aktivst mitorganisieren oder sogar federführend beeinflussen.

Lena Rickenberg: Ich habe noch eine Frage, und zwar zum Thema, wie viel datengetriebene Mobilität ist in Deutschland eigentlich möglich. Wir scheinen uns ja manchmal ein bisschen selbst auf den Füßen zu stehen. Einerseits ist ein Teil der Bevölkerung sehr technologiebegeistert, nutzt Sharing-Dienste, nutzt Apps, würden auch schon in einen Volocopter sofort einsteigen. Das wäre gar kein Problem. Es gibt aber auch wiederum einen anderen Teil der Bevölkerung, der sich nicht einmal in ein autonomes Auto setzen würde, weil da immer noch große Bedenken bestehen. Das spiegelt sich ja auch wider in den Gesetzesvorhaben, die gerade aktuell sind. Wir haben das Personenbeförderungsgesetzt aktuell. Das ist ein ziemlicher Kompromiss geworden. Dann haben wir einen sehr ambitionierten Gesetzesentwurf zum Thema autonomes Fahren. Aber auch das wird wiederum kritisiert und es gibt Bedenken. Wieviel digitalisierte Mobilität ist in Deutschland möglich?

Andreas Scheuer: Wir sind zur Digitalisierung in der Mobilität fast schon verpflichtet. Das wird der nächste Sprung in die Zukunft sein. Nehmen wir es einmal bei der Elektromobilität. Wir haben jetzt Rekordzulassungszahlen bei der Elektromobilität. Noch vor drei oder vier Jahren haben alle gesagt, wird gar nichts, niemals. Die Bürger haben vom Interesse her sicherlich ein bisschen Zeitverzug, weil jeder einmal abwartet, wie sich das so einruckelt. Aber wenn man zum Beispiel beim autonomen Fahren sagt, schau, neun von zehn Unfällen sind auf menschliches Versagen zurückzuführen. Natürlich brauchst du - ich auch - Grundvertrauen in die Maschine. Ich habe ein teilautomatisiertes, automatisiertes Fahrzeug - modern -, das ich auch selbst teste und mich nicht nur durch die Landschaft fahren lasse. Und natürlich, die ersten paar Stunden musst du erst einmal mit diesen neuen Möglichkeiten zurechtkommen und dich erst einmal daran gewöhnen, dass einfach Spurhalteassistenz, Notbremsassistent, Abstandassistent, dies alles möglich ist. Plötzlich sieht man, mit diesem Grundvertrauen erleichtert es mir vieles, zum Beispiel, wenn man einfach im fließenden Verkehr unterwegs ist, hält man immer die Geschwindigkeit richtig ein, so wie vorgeschrieben, oder den Abstand richtig ein, weil die Maschine einfach das für dich erledigt. Das wird kommen, einfach mit dem Erleben und Erfahrung. Von daher wird es die Begeisterung geben, wenn es die Menschen zunehmen erleben und durch das Erleben kommt diese Faszination. Ich glaube, da haben wir noch einige Aufklärungsarbeit zu leisten - das gebe ich zu -, weil eben die Digitalisierung an dieser Stelle für viele gar nicht greifbar ist. Aber wenn man es dann erlebt, dann ist es egal, ob das jetzt KI ist, autonomes Fahren, Digitalisierung, diese Fachbegriffe. Der Bürger findet es dann irgendwann selbstverständlich.

Lena Rickenberg: Das heißt, bestenfalls schieben Sie jeder Bürgerin und jedem Bürger so einen Gutschein für eine Fahrt in einem autonomen Auto hinüber und dann ruckelt sich das alles ein.

Andreas Scheuer: Ja, da braucht es keine Gutscheine. Ich glaube, wenn dann Corona vorbei ist und die Leute hinausgehen und sich vieles an Neuerungen und Innovationen anschauen, wenn die Messen wieder stattfinden, wenn man vieles von der Innovationskraft Deutschlands erleben kann, dann werden die Bürger das auch schon selber machen.

Lena Rickenberg: Welches Auto wird zuerst auf deutschen Straßen fahren, jetzt auch im Hinblick auf das neue Gesetz? Ist das ein amerikanisches autonomes Auto, oder ist das ein deutsches autonomes Auto?

Andreas Scheuer: Ich glaube, die Deutschen haben da gute Möglichkeiten. Wir fahren ja jetzt schon autonom auf Teststrecken, auf der A9, nicht nur mit dem Pkw, sondern im Übrigen auch mit dem Lkw. Das heißt, der nächste Schritt ist ein nächstes Level zum Regelbetrieb. Das große Interesse von Kommunen für autonome Busse habe ich schon erwähnt. Da werden wir jetzt Schritt für Schritt machen. Ich würde es einmal so sagen, es waren auch US-Firmen schon bei mir, die gesagt haben: "Genauso wie es Deutschland macht, so würden wir es in den USA auch gerne haben." Nur alles einfach einmal testen und auf die Straße stellen ohne einen Rechtsrahmen oder einen Regelungsrahmen, da werden wir in eine schwierige Diskussion kommen. Deswegen hat Deutschland einen anderen Weg beschritten, nämlich auch die ethischen Fragen beim autonomen Fahren schon zu klären und nicht nur die Technik zu sehen. Ich glaube, dass wir nach vielen Diskussionen auch die einen oder anderen Bedenken, die da sind, Verantwortung, Haftung, vieles mehr, schlussendlich einen Vorschlag haben, der vor der technischen Entwicklung ist. Also der Rechtsrahmen vor der technischen Umsetzung und nicht im Nachlaufenden.

Ludwig Reicherstorfer: Wir kommen so ganz, ganz langsam zum Ende. Jetzt am Ende wollen wir doch noch einmal ein bisschen ein Spiel mit den Zeitebenen betreiben. Wir sind ja mit unserem Podcast und auch mit der Emmett-Plattform nach Emmett Doc Brown aus Zurück in die Zukunft benannt.

Lena Rickenberg: Du musst diesen Film einmal gucken.

Ludwig Reicherstorfer: Ich habe ihn übrigens immer noch nicht gesehen, by the Way. Ich glaube, das ist auf jeden Fall etwas, was ich nicht so laut sagen darf, dass man diesen Film noch nicht gesehen hat. Aber okay, werde ich nachholen, hoffe ich auf jeden Fall.

Andreas Scheuer: Da bin ich jetzt aber froh, dass ich den gesehen habe.

Ludwig Reicherstorfer: Es kommt aber keine inhaltliche Frage zum Film. Die könnte ich gar nicht stellen. Insofern keine Sorge. Aber ich würde trotzdem gerne fragen: Sie sind im März 2018 Bundesverkehrsminister geworden. Das haben Sie vorher auch bei der Einführung schon gesagt. Jetzt mit dem Blick von heute Bundesverkehrsminister im Jahr 2021, wenn Sie jetzt zurückblicken und Sie treffen sich sozusagen selbst - das ist ein Spiel mit den Zeitebenen -, was würden Sie Ihrem früheren Ich sagen, was sollten Sie vielleicht gleich angehen, was Sie vielleicht rückblickend zu spät gemacht haben, und was hätten Sie lieber sein lassen?

Andreas Scheuer: Das ist jetzt in meiner Situation echt eine schwierige Frage. Was ich sein lassen sollte, das kann man so in vielen Zeitungen nachlesen.

Ludwig Reicherstorfer: Das haben Sie jetzt gesagt.

Andreas Scheuer: Ja, natürlich, wir haben so viele Projekte, wo ich sage, man muss auch den Mut haben, in der Politik gerade im Bereich der modernen Mobilität auch einmal etwas auszuprobieren. Es läuft an dieser Stelle vielleicht das ein oder andere schleppender, wie ich mir gedacht habe, beispielsweise die Ladeinfrastruktur. Da werden wir aber jetzt besser. Ich würde einmal sagen, der Datenraum Mobilität, da hätte ich mir früher einen Vorschlag gewünscht. Trotzdem sind wir jetzt im Fluss und haben auch den notwendigen Drive. Ich sage einmal, drei Projekte sind für mich noch in 2021 sehr entscheidend. Das ist eine moderne Personenbeförderung, das ist das autonome Fahren und das ist der Datenraum Mobilität.

Ludwig Reicherstorfer: Ganz zum Schluss wollen wir jetzt noch einmal eine etwas persönlichere Frage stellen, noch einmal den Menschen Andreas Scheuer noch besser kennenlernen. Wir haben ja schon erfahren, dass Sie mit Star Wars nichts anfangen können und mit Star Trek auch nicht so richtig. Gibt es aber irgendetwas anderes, einen Kindheitshelden, eine Jugendheldin, wo Sie sagen, daher habe ich diese Affinität zu Digitalisierung, zu Technologie, zu Innovationen? #00:41:03-9#

Andreas Scheuer: Wenn ich jetzt sage, David Hasselhoff und Knight Rider war eine Lieblingsserie in meiner Kindheit und Jugend…

Lena Rickenberg: Sie können auch Zurück in die Zukunft sagen.

Andreas Scheuer: Ja, auch das, Zurück in die Zukunft, okay. DeLorean ist natürlich auch ein Fahrzeug, das doch gewisse Strahlkraft hat und auch in die Zeit ziemlich spacig war, um es einmal so auszudrücken. Ich bleibe einfach dabei, Knight Rider, KITT mit Super Pursuit Mode und Silent Mode, das habe ich halt angesehen. Ich gebe es zu.

Ludwig Reicherstorfer: Da bin ich aber ganz bei Ihnen.

Andreas Scheuer: Ich kann auch sagen, ich habe MacGyver angeschaut. Aber den als Person zu nehmen, der mich fasziniert hat, wäre vielleicht zu flach. Ich sage einmal, die Technikbegeisterung hat mich schon immer begleitet. Ich bin weder Tüftler noch Supertechniker. Ich habe da auch keine Affinität. Ich bin froh, wenn ich einen Nagel zum Bilderaufhängen in die Wand bekomme. Aber das brauche ich ja nicht machen. Sondern ich muss die Offenheit und Begeisterung haben für gute, neue Ideen und auch das Gefühl, dass das etwas werden kann. Und da lasse ich mich auch von den Themen begeistern, beispielsweise was im Weltraum passiert, die Verteilung des Weltraums, auch was die Satelliten betrifft, was die Infrastruktur dort betrifft. Die wird in den nächsten Jahren sehr, sehr spannend werden, wird unser Leben beeinträchtigen - positiv oder negativ. Dieser Raum wird neu verteilt werden und da müssen wir dabei sein, mit unserer Technologie, weil das wiederum Auswirkungen auf 5G, auf autonomes Fahren, auf auch Kommunikation, wie sicher ist Kommunikation, auf kritische Infrastruktur und vieles mehr. Da wird vieles möglich sein, aber da müssen wir auch das ein oder andere vielleicht sogar abwehren.

Ludwig Reicherstorfer: Nachdem Sie uns am Anfang zwei Entweder-Oder-Fragen verwehrt haben, haben wir jetzt noch eine dazubekommen. Also KITT oder DeLorean. Es ist definitiv KITT und damit vielen Dank, lieber Andreas Scheuer.

Andreas Scheuer: Danke schön auch.

Lena Rickenberg: Auch noch einmal von mir herzlichen Dank, dass Sie sich die Zeit für das Gespräch genommen haben. Wir verfolgen natürlich weiterhin ganz gespannt, wie viel PS Sie jetzt noch auf den letzten Metern auf die Straße bringen.

Andreas Scheuer: Newtonmeter.

Lena Rickenberg: Newtonmeter auf die Straße bringen, mit den beiden Gesetzesvorhaben, die wir gerade auch schon erwähnt haben. Wir werden darüber berichten. Und an die Hörerinnen und Hörer, die heute dabei waren, würde ich noch richten, wir freuen uns über Kommentare, Weiterempfehlungen, Bewertungen und wenn ihr das nächste Mal wieder reinhört, bei Emmett in Transit.

Ludwig Reicherstorfer: Vielen Dank.

Andreas Scheuer: Danke. Hat Spaß gemacht.

Sprecher*innen

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Andreas Scheuer ist nach eigenen Angaben weder Tüftler noch Wissenschaftler, sondern Politiker. Seit 2002 ist er Abgeordneter im Deutschen Bundestag und seit 2018 Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur.

Andreas Scheuer

Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur
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